Juli 21, 2021

Innovation entlang der Wertschöpfungskette. Ja, gerne! Aber wie?

Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Zulieferern bzw. vorgelagerten Partner und Unternehmen scheint klar definiert zu sein: Das Unternehmen entscheidet, welche Bestandteile oder Dienstleistungen wann und in welcher Qualität zu liefern sind. Dabei fährt es nicht selten eine Mehr-Lieferanten-Strategie. Kann nicht wie gewünscht geliefert werden, wird einfach der nächste beauftragt. 

 

Wer ist hier von wem abhängig?

Wie so oft ist das nur eine Sichtweise auf das Verhältnis zwischen Hersteller und Lieferant. Viele Unternehmen am Endkunden-Ende der Wertschöpfungskette investieren viel Zeit und Ressourcen in die Darstellung und Wahrnehmung ihrer Marke und wenig in die Weiterentwicklung ihrer Produkte. Eine vermeintlich gute Strategie. Denn ihre Nähe zum Endkunden erlaubt es, Bedürfnisse schnell zu erkennen und der Zukauf neuer Technologien nach Bedarf ermöglicht eine schnelle Reaktion auf diese Veränderungen. Warum also noch selber Innovationen vorantrieben, wenn Zeit und Kosten der Entwicklung ausgelagert werden können?

 

Das würde aber bedeuten, dass sich Innovationen zunehmenden an den Anfang der Wertschöpfungskette verlagern und damit würden sich ganz klar die Machtverhältnisse verschieben. Was würde passieren, wenn die entscheidende Frage nicht wäre, wer von wem abhängig ist, sondern wie die Zusammenarbeit gestaltet werden kann, sodass Innovationen entstehen? Denn wirklich entscheidend sind zwei Dinge: Innovationen sind notwendig, um am Markt langfristig bestehen zu können und beide Parteien haben etwas, was der andere nicht hat.

 

Gemeinsam mehr erreichen

Das Produktwissen, die Einflussnahme auf die Qualität der Produkte und nicht zuletzt mögliche Kapazität für Innovationen liegen beim Zulieferer; die Nähe zum Markt, zum Endkunden und deren Bedürfnissen jedoch beim Hersteller. Ohne dieses Wissen können Zulieferer nicht kundenzentriert Innovationen vorantreiben und gleichzeitig schafft es kein Unternehmen, am Markt zu bestehen ohne die ständige Weiterentwicklung und Anpassung der Produkte.

 

Natürlich könnte man sagen: Unternehmen wissen, was die Kunden wollen. Diese Bedürfnisse übersetzen sie also in Anforderungen an die Lieferanten. Und dieser liefert, wie gewünscht. Das passt doch.

 

Lieber agil

Das mag schon stimmen, aber das ist eine sehr statische Vorgehensweise, die wenig Spielraum für mögliche Änderung innerhalb des Prozesses zulässt. Sind die Anforderungen einmal gestellt, produziert der Lieferant wie vorgegeben. Ein solches starres, inflexibles Vorgehen macht es aber schwer, in dieser enorm schnelllebigen und wandlungsreichen Unternehmenswelt am Puls der Zeit zu bleiben.

 

Dafür braucht es Feedbackschleifen, Tests und immer wieder neue Weiterentwicklungen, bis ein Produkt entsteht, das am Markt auch wirklich nachgefragt wird. Die Umsetzung einer solchen agilen Strategie kann aber nur mit dem Aufbau einer Schnittstelle bzw. einer Infrastruktur funktionieren, die einen stetigen Austausch zwischen den Partner erlaubt.

 

Supplier Innovation 

Wenn ein Großteil des Wissens und der Expertise zu einer Dienstleistung oder einem Produkt, zu einzelnen Komponenten oder zu möglichen qualitätsbestimmenden Faktoren beim vorgelagerten Partner liegen, kann es nur ratsam sein, dieses Wissen möglichst früh in den Prozess der (Weiter-)Entwicklung und Ausarbeitung miteinzubeziehen. Mögliche Ideen und Vorschläge, aber auch Einschränkungen und Bedenken können so in Betracht gezogen werden, bevor erste Investitionen getätigt werden. Zeit und Ressourcen lassen sich auf diese Weise erheblich einsparen.

 

Die innosabi Software ermöglicht es Unternehmen, Zulieferer und vorgelagerten Partner von Beginn in die Bewältigung neuer Heraus- bzw. Anforderungen zu involvieren. Zeitlich abgesteckte Kampagnen erlauben eine detaillierte Definition des Projekts und schaffen so einen Rahmen für die Kooperation. Eine zielführende, effiziente Zusammenarbeit wird auf diese Weise sichergestellt.

 

Open Call 

Fast noch wichtiger als einzelne Challenges gemeinsam zu meisten, ist es einen offenen Dialog aufzubauen. Einen Kanal zu etablieren, der es Zulieferern (aber auch allen anderen Partnern des Netzwerks) ermöglicht, Ideen, Vorschläge, Lösungen und Konzepte proaktiv einzureichen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Denn diese entsteht im Austausch und vor allem meistens dann, wenn man nicht damit rechnet. Und weil das so ist, wird mit dem Open Call eine Anlaufstelle geschaffen, die sicherstellt, dass keine guten Ideen verloren gehen.

 

Mithilfe eines transparenten und nachvollziehbaren Bewertungsprozesses werden die innovativsten Einreichungen herausgefiltert. Das ermöglicht das frühzeitige Erkennen neuer Trends und Wachstumspotenziale.

 

Exkurs: Start-up Radar

Mit diesem Beitrag haben wir einen Fokus auf die Kooperation zwischen Unternehmen und Zulieferern gelegt. Natürlich gibt es im Unternehmensnetzwerk andere potenzielle Partner, mit denen sich eine Zusammenarbeit lohnt. Der innosabi Start-up Radar beispielsweise erleichtert Unternehmen die Recherche zu und den Kooperationsaufbau mit Start-ups.

 

Wer sonst noch alles zu diesem Netzwerk gehört und warum es sich lohnt externe Partner in die eigenen Innovationsprozesse zu involvieren, haben wir in unserem Blogbeitrag Why you should integrate your external network in your innovation activity zusammengefasst.

Marianthi Schreiber

Marianthi is a member of the marketing team at innosabi, book worm and aspiring innovation nerd. She believes that to successfully shape the chances the digital era holds for innovation, you have to know as much as possible about it. Collecting knowledge and sharing it is her number one mission.